London im Mai 2006
Di: 23.05.06
Long time no see
First Contact! Ein sonniger Nachmittag im Mai - auf zum Flughafen! Hatte bis Hannover eine angenehme Zugfahrt. Leider vergass ich mir die Route auszudrucken. Ich war mir nicht sicher ob ich in Lehrte umsteigen mußte. Doch der Schaffner im Zug von Hildesheim nach Hannover wusste nicht Bescheid. Ein Mitreisender aber. Puuuhh! War dann pünktlich in Hannover → mit dem Shuttle direkt zum Terminal. Sieht schon sehr nach Sportflugplatz aus, bis auf die eine Boing 737-300. 
Das Einchecken ging recht schnell und problemlos. Keine Beanstandungen o. Fragen wegen meines elektronischen Zubehörs. Sind dann pünktlich abgehoben. "Wie genial!" Wolken aller coleur... Flüße, Felder, Städte... 15min zu früh in Stanstad gelandet. ;-) Einmal quer übers Rollfeld. Dann am Gepäck band ne ganze Weile auf die Koffer gewartet. Plötzlich wurden alle quer durchs Gebäude -das übrigens von Sir Norman Foster entworfen wurde- geleitet. Erst die Personenkontrolle -sehr flüchtig- dann zum nächsten Gepäckband, Gitarre suchen. Dann raus... bloß wo? und wann? Hervorragend, im gleichen Moment klingelt das Mobile und mein Freund Chuck fragt, wo ich bin und wo ich hingehen soll, dann endlich das Wiedersehen mit Chuck und seiner Frau Barbara. Eine reibungslose 30 minütige Fahrt, in die Eastside-Walthamforest, von London. Ausgepackt in 10 Minuten und ab auf den Wochenmarkt, auf der Highstreet. Danach ins Pub, meinen alten Freund Ricky suchen. Anschließend noch etwas zu Futtern einkaufen und erstmal Feierabend, bei cooler Rock n`Roll- Music.
MI: 24.05.2006
Man kommt wegen der Geschichte und bleibt wegen der Gegenwart
Wie jeder weiß, der schon mal in einen Billigflieger eingestiegen ist, liegt an der Themse so etwas wie die heimliche Hauptstadt der Welt. Obwohl: Eigentlich ist London ja gar keine Stadt, sondern mehrere. Als da wären (ohne Vollständigkeit): die City, das Bankenzentrum mit seinen hektisch wuselnden Krawattenträgern; der nach wie vor ziemlich hippe, nach wie vor stilvoll abgewrackte Osten rund um Shoreditch und Hoxton; der karibische geprägte Süden; Notting Hill, sentimentales Zentrum Londons und neuerdings Lieblingsspielplatz der osteuropäischen Schickeria; das ziemlich außerirdische Canary Wharf auf den alten Docklands. And. So. On. Und wie jeder weiß, der schon mal versucht hat, sich das alles an einem einzigen Wochenende einzuverleiben, kann man sich all das niemals an nur einem Wochenende einverleiben. So schnell es auch sein mag (und es ist sehr schnell!): London braucht Zeit. Zeit, um sich eben nicht nur von der Tate Modern umwerfen zu lassen, sondern auch von der nicht weniger interessanten Whitechapel Gallery. Zeit, nicht nur am Flohmarkt in Camden übers Ohr gehauen zu werden, sondern auch mal ein Schnäppchen am Spitalfields Market zu jagen. Zeit, sein Geld nicht nur in der Edelkonservenabteilung von Harrods zu verschleudern, sondern, zum Beispiel, auch in Sohos überirdischem Dim-Sum- und Teegebäcktempel Yauatcha. Und danach kann man ja damit anfangen, die Stadt langsam richtig zu entdecken.
---Fortsetzung folgt---